Viele Emotionen verlieren ihre Wirkung, wenn sie nur benannt statt wirklich spürbar gemacht werden. Genau darum geht es beim bekannten Schreibprinzip „Show, don’t tell“.

Statt Leser*innen einfach zu sagen, was eine Figur fühlt, geht es darum, Emotionen durch Körpersprache, Gedanken, Atmosphäre und kleine Details erlebbar zu machen. Denn Geschichten wirken besonders intensiv, wenn wir sie nicht nur lesen – sondern fühlen können.

Was bedeutet „Show, don’t tell“ überhaupt?

„Show, don’t tell“ bedeutet nicht, dass direkte Informationen in einem Text grundsätzlich falsch sind. Vielmehr geht es darum, wichtige Emotionen und Momente nicht nur zu erklären, sondern sichtbar zu machen.

Ein einfaches Beispiel:

statt: „Sie war nervös.“

lieber: „Ihre Finger spielten mit dem Saum ihrer Bluse, während ihre Knie unruhig unter dem Tisch wippten.“

Im zweiten Beispiel erleben wir die Nervosität direkt mit. Die Emotion wird greifbarer, lebendiger und emotionaler.

Warum ist das wichtig?

Leser*innen möchten Geschichten nicht nur verstehen – sie möchten in sie eintauchen.

Wenn Emotionen nur benannt werden, bleibt oft eine gewisse Distanz bestehen. Durch konkrete Beobachtungen, kleine Bewegungen oder atmosphärische Details entsteht dagegen Nähe zur Figur.

Gerade emotionale Szenen gewinnen dadurch deutlich an Wirkung.

Tipps für die Umsetzung

Wenn du beim Überarbeiten deines Manuskripts auf „telling“ stößt, helfen oft schon ein paar einfache Fragen:

  • Was macht der Körper der Figur?
  • Welche kleine Handlung verrät ihre Emotion?
  • Was nimmt die Figur wahr?
  • Welche Stimmung entsteht im Raum?
  • Was wird nicht ausgesprochen – aber trotzdem deutlich?

Oft sind es gerade die kleinen Details, die eine Szene lebendig machen.

Aber: „Tell“ ist nicht verboten

Nicht jede Information muss ausführlich ausgespielt werden. Gerade in Übergängen oder weniger wichtigen Momenten darf ein Text auch direkt und klar sein.

„Show, don’t tell“ bedeutet deshalb nicht, jede Emotion maximal auszuschmücken – sondern bewusst zu entscheiden, welche Momente besonders intensiv wirken sollen.

Kleine Details können eine große Wirkung entfalten. Wenn Leser*innen Emotionen nicht nur lesen, sondern miterleben, entstehen genau die Szenen, die lange im Kopf bleiben.


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